Regionalliga West: 2. Spieltag

RWO – SC Verl: Es war einmal… … und es wird!

Es war einmal ein Regionalliga-Verein. Der hatte eine Horde junger, wilder Kicker in seinen Reihen. Auch nach der Winterpause, in der man mit 14 Punkten abgeschlagen der Viktoria aus Köln hinterher gelaufen ist, wollten diese Jungs nicht aufgeben. Mühselig erkämpften sie sich Punkt für Punkt. Natürlich ging auch mal ein Punkt – oder gar ein Spiel verloren. Aber die jungen Wilden und ihrem Trainer war das egal. Sie ließen sich nicht von Ihrem Vorhaben abbringen, die Viktoria vom Thron der Tabelle zu stürzen.

Bis zum 18. Mai. Da trennten beide Teams nur noch ein Punkt. Ein einziger Zähler mehr am letzten Spieltag und das Unmögliche ist möglich geworden. Im letzten Spiel ging es gegen den SC Verl. Ein Spiel, dem 8.000 Oberhausener im Stadion beiwohnten. Ein Spiel, das einem Krimi gleich kam. Selbst ein vermeintliches Tor des Monats war dabei! Ein Spiel… Nein! Kampf! Kampf bis zur letzten Minute! Kampf, bis der Schiedsrichter die jungen Wilden mit seinem letzten Pfiff von ihrem Beutezug abbrachte – leider ohne den letzten Schritt zu machen. Aber er schaffte es nicht, die Stimmung im Stadion, die trotz aller Enttäuschung unglaublich positiv und greifbar war, einzudämmen. Zu stolz waren die 8.000 Oberhausener auf das Geleistete. Zu sehr überwog das Gefühl, dass diese Truppe es verdient hat, nach der unglaublich starken und kräftezehrenden Saison mit erhobenem Kopf aus dem Stadion zu gehen.

Es war das letzte Spiel einer Saison, die deutlich mehr Höhen als Tiefen mit sich brachte. Eine Saison, die das Fußball-Oberhausen ganz eng zusammengedrängt hat. Kein Blatt passt zwischen Mannschaft und Fans. Niemand soll in dieser Saison etwas im Stadion Niederrhein holen. Auch nicht zufällig.

Und zufällig heißt der erste Gegner der neuen Saison SC Verl. Am Freitag, 2. August, empfangen die jungen Wilden, die mit weiteren jungen und erfahrenen Wilden aufgestockt wurden, um 19:30 Uhr das Team, das den letzten Zähler für lange Zeit in Oberhausen eingefahren haben soll.

Was war, ist vergessen. Zumindest bei RWO-Cheftrainer Mike Terranova und seinem Team: „Wir haben die letzte Saison aufgearbeitet und abgeschlossen. Der Blick geht nur noch nach vorne.“ Angesprochen auf die Belastungssteuerung, die der Linienchef auf Grundlage der erworbenen Kenntnisse aus dem Fußballlehrer-Lehrgang mit seinem Trainerteam ausgearbeitet hat, zeigte sich „Terra“ besonders gut gelaunt: „Die Vorbereitung war sehr gut. Wir haben so viele Tore geschossen wie vermutlich noch nie in Testspielen vor einer Saison. Die Mannschaft hat insgesamt super mitgezogen und wir blieben weitestgehend von Verletzungen verschont.“

Gesehen hat Terranova, der nun auch offiziell auf die Dienste von US-Boy Kofi Twumasi zurückgreifen kann, den kommenden Gegner aus Ostwestfalen bei seinem Heimspiel gegen die SG Wattenscheid 09. Unter den Augen des RWO-Trainers verlor das Team von Guerino Capretti gegen die Lohrheide-Kicker mit 0:2. „Verl hat eine sehr ausgeglichene Truppe. Ich hänge ihre Niederlage nicht zu hoch auf. Sie hatten in einigen Situationen auch etwas Pech“, warnt Oberhausens Trainer. Aber er weiß auch: „In dieser Liga entscheidet oft auch die Tagesform. Wir sind jedenfalls gut vorbereitet und wissen, was uns erwartet.“

Die Saison beginnt also, wie die alte Spielzeit aufgehört hat. Allerdings sollen diesmal drei Punkte auf der Haben-Seite stehen, wenn die Ostwestfalen die Lindnertraße verlassen. Was wir haben, haben wir…

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