Regionalliga West: 30. Spieltag

RW Oberhausen – 1. FC Köln U21 3:2 (1:1)

Am Anfang war die „Vier-Chancen-Tournee“ ein reines Wortspiel. Nach vier Siegen in vier Heimspielen kann man getrost festhalten: Rot-Weiß Oberhausen hat seine vier Möglichkeiten auf vier Heimsiege genutzt. Im letzten Match des Heimspiel-Marathons gewannen die Kleeblätter gegen die U21 vom 1. FC Köln mit 3:2 (1:1).

Die Ausgangslage

Alles blickt gespannt auf das Finale der Vier-Chancen-Tournee! Kann RWO nach den Siegen gegen Straelen (1:0), Wuppertal (3:0) und Aachen (3:1) auch das vierte Heimspiel in Serie gewinnen? Die U21 des 1. FC Köln, die Oberhausen tabellarisch in Reichweite hat, hat garantiert etwas dagegen. Die Fallhöhe für das erfolgreichste Team der Rückrunde ist mittlerweile immens hoch. Aber das Team von Mike Terranova hat in den letzten Wochen einige Male gezeigt, dass es mit Druck umgehen kann.

Das Personal

Defensivspezialist Tanju Öztürk hatte gerade seine Gelb-Rot-Sperre abgesessen, da muss er schon wieder pausieren. Gegen die Aachener Alemannia (3:1) handelte sich der Innenverteidiger die fünfte Gelbe Karte ein. Zudem fehlen gegen die Domstädter neben den Langzeitverletzten Mark Depta und Pablo Overfeld auch Jeffery Obst, Hüseyin Bulut, Kofi Twumasi und Jan Wellers verletzungsbedingt.

Das Spiel

Zu Beginn der Partie ging es nur in eine Richtung. Aus RWO-Sicht sogar in die Richtige: Erst testete Shaibou Oubeyapwa die Aufmerksamkeit von Julian Krahl. Der Schlussmann konnte den Einschlag im rechten Torwinkel mit einer Hand entschärfen (6.). Wenig später versuchte es Pierre Fassnacht aus vollem Lauf, schoss den Ball aber knapp rechts oben am Tor der Kölner vorbei (15.). RWO war gut drin – vor allem über die Flügel ging bis dahin viel. Es fehlte nur die Belohnung.

Und so kam, was kommen musste: Aus heiterem Himmel erzielte Marvin Ayhan Obuz mit dem ersten Schuss auf das RWO-Tor das 1:0. Obuz schob den Ball freistehend ins lange Eck (33.) Es war der erste Schuss auf das Tor von Robin Benz überhaupt. Zu halten war dieser allerdings nicht.

Doch die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Nach einer langen „Keule“ von Benz aus dem eigenen Strafraum war der Weg für Sven Kreyer plötzlich frei. Der RWO-Angreifer setzte sich gegen zwei Verteidiger durch und platzierte den Ball kaltschnäuzig zum 1:1-Pausenstand im kurzen Eck (35.).

Der zweite Durchgang begann mit einer fragwürdigen Situation. Während sich alle Anwesenden auf ihren vorgegebenen Platz begaben, hieß es auf dem Spielfeld plötzlich lautstark „Hand!“. Mit Blick auf den Ball, den Nils Winter in den Gefahrenbereich flankte, und den Arm des eingewechselten Mathias Flaga Olesen, der die Flugkurve des Spielgeräts veränderte, hätte man einen Strafstoß für RWO vermuten können. Schiedsrichter Marco Goldmann war da allerdings anderer Meinung (47.). Eine ähnliche Meinung vertrat der Unparteiische nach einem Freistoß von Bastian Müller wenige Augenblicke später. Da ging Kapitän Jerome Propheter am Fünfmeterraum zu Boden. Auch hier war es für Goldmann zu wenig (50.). Mit dem Frust über den nichtgegebenen Foulelfmeter lud der RWO-Kapitän nach einer Ablage von Sven Kreyer von der Sechzehner-Kante ab und nagelte den Ball zur 2:1-Führung in die Maschen (54.).

Aufgeschreckt vom Rückstand versuchte das Team von Mark Zimmermann zu reparieren was zu reparieren war. Zunächst sogar mit Erfolg: Erst verhinderte Leander Goralski zwar noch den Einschlag nach dem Versuch von Lukas Musculus (71.), dann aber war es ein Zufallsprodukt, das die jungen Geißböcke wieder in die Spur. Die Führung war zu dem Zeitpunkt zwar verdient, weil RWO meist mit Ball am Fuß in der gegnerischen Hälfte stattfand. Doch die Gelassenheit vor dem Kölner Tor bestrafte der eingewechselte Oliver Issa Schmitt. Der frische Mann traf den Ball nicht richtig, doch der wurde lang und länger – und kullerte am Ende zum 2:2-Ausgleich über die Linie (73.). Benz streckte sich vergebens.

Zwei Minuten später antwortete Rot-Weiß erneut. Nach einem Zuspiel von Tugrul Erat erzielte Kreyer seinen zweiten Treffer, doch Schiedsrichterassistentin Kathrin Heimann hat eine Abseitssituation gesehen. Die TV-Bilder belegen zwar etwas anderes, doch den Videoassistent gibt es in Liga vier noch nicht. Aber die Rot-Weißen steckten nicht auf. Die tadellose Vier-Chancen-Tournee stand auf der Kippe. Aber sie sollte nicht fallen. Drei Minuten vor dem Ende der Partie gab es dann noch einmal Freistoß für die Hausherren. Den verwandelte Kreyer direkt unter tatkräftiger Mithilfe von FC-Keeper Krahl und dem Seitenwind von Nordwest. Der Ball sah zunächst gar nicht so gefährlich aus. Doch auf halber Strecke bekam er – gepackt vom Wind – eine schwer zu berechnende Flugkurve, sodass Krahl nicht gut aussah, letztendlich aber auch wenig Verantwortung für den 3:2-Siegtreffer der Oberhausener übernehmen muss (87.).

Mit dem Sieg beendet Rot-Weiß Oberhausen die Vier-Chancen-Tournee unbeschadet und geht mit zwölf Punkten ins nächste Auswärtsspiel bei den Sportfreunden Lotte (SA, 20.03.21, 14 Uhr, FRIMO-Stadion). Das Duell am Lotter Kreuz dient dann als Generalprobe für das Revier-Derby gegen Rot-Weiss Essen (SA, 27. März) und wird auf RWOfm live übertragen. RWO-TV meldet sich mit dem rot-weißen Duell wieder live aus dem Stadion Niederrhein.

Das Schema

RWO: Benz – Winter, Goralski, Odenthal, Fassnacht – Lenges (78. Terada), Müller, Propheter, Erat (85. Steinmetz) – Oubeyapwa (90.+1 Reinert), Kreyer (89. Scheelen).

FCK: Krahl - Sponsel, Henning (46. Olesen), Pereira Queirós, Höffler - Nottbeck, Schlax (53. Sechelmann) – Hwang (58. Schmitt), Petermann, Obuz – Laux (58. Musculus).

Schiedsrichter: Marco Goldmann (Warendorf).

Tore: 0:1 Obuz (33.) 1:1 Kreyer (35.), 2:1 Propheter (54.), 2:2 Schmitt (73.), 3:2 Kreyer (87.).

Zuschauer: 0.

Aktuell

Aus dem evo-Nachwuchsleistungszentrum