Heißgeliebtes Saisonziel nicht erreicht

Pokaltraum fand abruptes Ende

Schade, der Pokaltraum der Kleeblätter zerbarst an einem hässlichen Maienabend. Mit 0:3 (0:2) musste das Terranova-Team am Dienstag gegen den Drittliga-Spitzenreiter MSV Duisburg die Segel streichen. Anders als in den Vorjahren, in denen das Aus jeweils nach Elfmeterschießen eintrat, ging es diesmal innerhalb 90 Minuten – und die Niederlage war berechtigt.

Die Ausgangslagen für Pokalspiele zwischen Mannschaften aus verschiedenen Spielklassen sind klar: Das klassentiefere Team will lange mitspielen und hofft auf ein „goldenes Tor“. Das klassenhöhere Team will die frühe Führung und diese dann ausbauen. Das Ziel der Gäste aus Meiderich ging auf: Als nach zwei Minuten eher leichtfertig ein Eckball verursacht wurde, war im Anschluss das 0:1 durch ein Kopfballtor des starken Stanislav Iljutcenko fällig – der eine Plan ging auf, der andere war gerade geplatzt.

Und es ging weiter: Die Meidericher hatten sofort Oberwasser, agierten überaus konzentriert und konsequent, unerhört zielstrebig und hart in den Zweikämpfen. Dazu funktionierte ihr Umschaltspiel, zu dem sie bisweilen aber auch eingeladen wurden, denn bei den Kleeblättern häuften sich die Abspielfehler im Aufbau. Einer davon war Auslöser des 0:2, denn Simon Brandstetter nutzte den folgenden langen Pass, überspielte auch noch den insgesamt starken Robin Udegbe und sandte ein paar Minuten vor dem Seitenwechsel zum 0:2 ein.

Das war die Vorentscheidung, und die Entscheidung fiel nur zwei Minuten nach dem Anstoß zur zweiten Hälfte, als RWO noch nicht ganz auf dem Platz schien und sich vom eingewechselten Engin überspielen ließ, dessen Zuspiel Iljutcenko aus dem Torraum ins lange Eck schlenzte. Man musste in der Folgezeit ein Debakel befürchten, so konsterniert schien RWO zeitweise, so dominierend war der MSV. Die Kleeblätter fingen sich aber wieder und kämpften bis zum Ende um den Ehrentreffer. Robert Fleßers hatte einmal ebenso Pech wie kurz vor Schluss Raphael Steinmetz.

Als der fehlerfreie Bundesliga-Schiedsrichter Guido Winkmann das Dauerregen-Desaster pünktlich abpfiff, begann für die Oberhausener ein kalter, ungemütlicher und hässlicher Abend in der Perle der Emscherinsel.

 

RW Oberhausen: Udegbe – Heber, Nakowitsch, Steurer, Hermes – Scheelen, Fleßers – Reinert (58, Steinmetz), Bauder (58. Ben Balla), Budimbu – Engelmann (76. Garcia).

Bank: Wozniak (Tor), Weigelt, Kaya, Lorch.

MSV Duisburg: Flekken – Dausch, Bomheuer, Corboz, Wolze – Wiegel (46. Engin), Albutat, Özbek (73. Schnellhardt), Erat – Iljutcenko, Brandstetter (77. Daschner).

Bank: Zeaiter (Tor), Hajri, Onuegbu, Leutenecker.

Tore: 0:1 Iljutcenko (3.), 0:2 Brandstetter (39.), 0:3 Iljutcenko (47.).

Gelbe Karte: Scheelen – Albutat.

Schiedsrichter: Guido Winkmann.

Zuschauer: 7509.


Was die Trainer sagten

Ilia Gruev (MSV Duisburg): Ich freue mich darüber, dass wir selbstbewusst und souverän agiert haben. Den ganzen Wettbewerb über wollten wir seriös auftreten, und das ist uns auch heute gelungen. Dass wir zu Null gespielt haben, ist ein weiterer Aspekt, der mich freut. Ich kenne Oberhausen aus meiner aktiven Zeit noch sehr gut und habe großen Respekt vor dem, was hier geleistet worden ist. Ich wünsche der Mannschaft und dem Verein für die Zukunft alles Gute.

Mike Terranova (RWO): Der MSV hat natürlich verdient gewonnen, da gibt es keinen Zweifel. Wir wollten lange das 0:0 halten, wollten den Gegner auch lange von unserem Tor fernhalten und haben deshalb auch die offensivere Aufstellung mit Bauder statt Weigelt gewählt. Vor Standards der Duisburger war eindringlich gewarnt worden, und dann fällt das frühe 0:1 ausgerechnet aus so einer Situation. Die Zeitpunkte der Tore waren für den MSV sehr günstig. Gerade als wir glaubten, vielleicht doch noch ein Tor erzielen zu können, was dem Spiel vielleicht eine andere Richtung gegeben hätte, kamen die Rückschläge. Trotz allem mache ich meiner Mannschaft für die Saison und auch für das heutige Auftreten ein Kompliment. Sie hat nicht aufgesteckt, aber Duisburg war galliger, griffiger, bissiger. Für Pokal und Meisterschaft alles Gute!

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