RWO - SC Wiedenbrück 1:3

Heimniederlage gegen Wiedenbrück

Am Samstag biegen die Kleeblätter mit dem Heimspiel gegen 1.FC Köln II auf die Zielgerade der Saison ein: Fünf Meisterschaftsspiele und hoffentlich zwei Pokalspiele stehen noch auf dem Programm. Am Dienstag verpasste das Team das Zünden der erhofften Anschubrakete, denn das mit Revanchegelüsten angegangene Heimspiel gegen den SC Wiedenbrück entwickelte sich zum Rohrkrepierer – 1:3 verliert man nicht gern daheim, erst recht nicht so ein Spiel.

Die Rot-Weißen waren von Anbeginn an die überlegene, optisch überlegene Mannschaft und hatten gefühlte 80 Prozent Ballbesitz gegenüber nahezu unterkühlt auftretenden Ostwestfalen. Die spielten so, als wären sie mit einem 4:0-Vorsprung gekommen – so war das Hinspiel bekanntlich zu Ende gegangen. Aus der Dominanz, die auch nur eine gefühlte und keine wirkliche war, machten die Kleeblätter nichts. Bis zum Strafraum der Gäste klappte das Zusammenspiel einigermaßen gut, der Abschuss blieb entweder aus oder zu harmlos.

Es schien sich ein ruhiger Dienstagabend anzubahnen, wenn nicht zum einen das auftauchende Gewitter und zum anderen die plötzlich zuschlagenden Wiedenbrücker gewesen wären. „Aus dem Nichts“, so heißt es immer, wenn man gar nicht so recht weiß, wie etwas zustande kommt, erzielte der Gast sein 1:0 (32.). Dabei, schilderte später Patrick Bauder, war dem Torschützen, Verteidiger David Hüsing, der Ball über den Spann gerutscht und noch gegen sein Knie geschlagen – allein: Er fand den Weg ins lange Eck.

Mit mehr Mut – wenn auch nur für eine zu kurze Phase – kamen die Oberhausener aus der Pause und machten endlich mal etwas Alarm in Wiedenbrücks Srafraum. Und wieder „aus dem Nichts“ kam Yannick Geisler und ballerte mit humorloser Härte aus 20 Metern den Ball in die Maschen, 2:0 und noch 20 Minuten zu spielen. Tarik Kurt profitierte acht Minuten vor dem Ende vom wohl einzigen Abwehrfehler der Gäste, luchste Tristan Duschke den Ball ab und überwand Torwart Marcel Hölscher zum 1:2. Auf einmal war wieder Stimmung auf den Rängen.

Doch sie erstarb nur wenig später, als der gegen Ende unsicherer werdende Schiedsrichter Mitja Segemann nach harmlosem Zweikampf im Strafraum auf Strafstoß entschied. Wiedenbrücks Torjäger Aygün Yildirim ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen – 1:3. Im Gegenzug hätte Stegemann einen Handelfmeter verhängen können (müssen?), tat es aber nicht. Dann kamen nur drei statt der wohl erforderlich gewesenen mindestens sechs Minuten Nachspielzeit. Aus!

 

Aufstellungen
RWO
Udegbe (TW) - Hermes, Löhden, Nakowitsch (46. Garcia), Reinert (55. Heber) - Odenthal, Bauder (C), Ben Balla, Fleßers - Steinmetz (66. Schikowski), Kurt
Bank: Can (ETW), Ogrzall, Schikowski, Heber, Garcia, Lorch, Scheelen

Wiedenbrück
Hölscher (TW) - Duschke, Rogowski (52. Matovina), Büyüksakarya, Hüsing (67. Celik), Wolff (C) - Stipe, Zech, Geisler, Brinkmann (79. Harrer) - Yilidrim
Bank: Weeke (ETW), Diarra, Matovina, Harrer, Leeneman, Harder, Celik

Schiedsrichter
Mitja Stegemann - Florian Heselmann, Laura Duske

Tore
0:1 - 32. Hüsing
0:2 - 70. Geisler
1:2 - 82. Kurt
1:3 - 88. Yildirim (Elfmeter)

Karten
Zech (66. Gelb)
Yildirim (69. Gelb)
Fleßers (77. Gelb)
Odenthal (90. Gelb)
Bauder (90. Gelb)

Zuschauer: 1357

Stimmen
RWO-Kapitän Patrick Bauder: Wenn du Scheiße am Fuß hast, hast du Scheiße am Fuß, Die haben Glück bei ihren Schüssen, kriegen auch noch einen Elfer, der keiner war und wir kriegen einen absolut berechtigten nicht. Aber ich will es nicht an Glück oder Pech oder am Schiedsrichter festmachen: Wir haben schlecht gespielt. Im Augenblick läuft zu vieles nicht so zusammen, wie es sein müsste. Wir müssen gucken, dass wir schleunigst die Kurve kriegen.

SCW-Trainer Björn Mehnert: Oberhausen hat das Spiel lange Zeit klar dominiert, wir haben erst in der zweiten Hälfte mehr Zugriff bekommen und haben einen absolut glücklichen Sieg gelandet. Aber das passiert, wenn die eine Mannschaft, auch wenn sie eine Klassemannschaft ist wie Oberhausen, einen Negativlauf, die andere einen Positivlauf hat. Wir sind froh über die Punkte.

RWO-Cheftrainer Mike Terranova: Ich habe das Spiel nicht stark gesehen und meine Mannschaft erst recht nicht, da mache ich mir nichts vor. Bei uns herrscht grundlos Verunsicherung. Die wirkt sich aufs Spiel aus: fehlende Passschärfe, fehlendes Steilspiel, Mutlosigkeit. Auch in den vielen Situationen in der zweiten Halbzeit, in denen was möglich war, fehlte es am letzten Biss. Im Endeffekt war alles zu wenig. Wir müssen sehen, dass wir uns neu konzentrieren auf die kommenden Aufgaben. Ich will unbedingt den Pokal gewinnen.

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