REGIONALLIGA WEST: 1. SPIELTAG (Nachholspiel)

FC Wegberg-Beeck – RW Oberhausen 2:3 (0:3)

Endlich! Der Knoten ist geplatzt! Und den Knall konnte man von Wegberg-Beeck bis Oberhausen hören. Die Rot-Weißen haben beim FC mit 3:2 (3:0) gewonnen und somit ihren ersten Saison-Sieg eingefahren. Shun Terada traf doppelt, Shaibou Oubeyapwa markierte den dritten RWO-Treffer.

Die Ausgangslage

Vor dem Spiel ist RWO – trotz erst sieben gespielter Spiele – in höchster Abstiegsgefahr. Sollte die Saison in der Regionalliga nämlich zum Hinrunden-Ende oder danach wegen der Corona-Pandemie abgebrochen werden, zählt der Quotient. Und da sollte Rot-Weiß über dem Strich stehen. Bei einem Abbruch vorher würde die Saison ohne Auf- und Absteiger annulliert werden. Doch darauf will sich in Oberhausen mit Blick auf die ansteigenden Corona-Zahlen niemand verlassen. Aus diesem Grund lief die Zeit gegen Dimitrios Pappas, bei dessen Beurlaubung auch Vorstand Hajo Sommers immer wieder bekräftigte: „Er kann absolut nichts für die Situation, weil er nicht einmal mit seiner Wunschelf starten konnte.“ Aber der Gang der Dinge im Fußball ist es immer, dass die Position des Trainers als erstes überdacht wird. So beschloss man nach sieben sieglosen Spielen, mit Mike Terranova einen alten Bekannten ans Steuer zu setzen, um dem Team frische Impulse zu verleihen.

Das Personal

Aber auch Mike Terranova musste personell noch improvisieren. Mark Depta, Pablo Overfeld und Pierre Fassnacht (alle Meniskusverletzung) stehen dem alten, neuen Linienchef nach wie vor nicht zur Verfügung. Gleiches galt für Tugrul Erat und Nedim Pepic, die weiterhin an einem Muskelfaserriss im Oberschenkel laborieren, und Vincent Stenzel, dessen Bauchmuskelverletzung einen Einsatz immer noch unmöglich macht. Kurzfristig musste Kapitän Jerome Propheter mit erneuten Adduktorenproblemen passen. Robin Benz erhielt auch von „Terra“ den Vorzug vor Justin Heekeren im RWO-Tor. Die Startelf vom 1:2 in Aachen überarbeitete Terranova ansonsten auf drei Positionen. Joker-Torschütze Maik Odenthal rückte in die Innenverteidigung, Adam Lenges und Raphael Steinmetz begannen im Oberhausener Mittelfeld.

Das Spiel

Die Rot-Weißen legten los wie die Feuerwehr. Kaum zu glauben, aber wahr: Drei Chancen, drei Tore! Und das bereits in den ersten 15 Minuten. Erst schnürte Shun Terada einen Doppelpack (5., 7.), nachdem er zweimal von der Außenbahn ins Zentrum stieß und dort mustergültig von Dominik Reinert bedient wurde. Dann vollendete Shaibou Oubeyapwa nach einem Pass von Raphael Steinmetz freistehend vor FC-Schlussmann Stefan Zabel zum frühen 3:0.

Dass es bis zum Ende der ersten 45 Minuten dabei blieb, war – kaum zu glauben – ein Verdienst der Offensivkräfte beider Seiten. Drei Minuten nach dem dritten Treffer wollte sich Terada revanchieren, tankte sich auf der linken Seite durch und brachte den Ball scharf in die Mitte, wo  Sven Kreyer und „Junior“ Oubeyapwa ihn zwar berühren, aber nicht im Tor unterbringen konnten (17.). Zehn Minuten später nutzte Manuel Kabambi einen Defensiv-Fehler aus. Doch der Wegberger Stürmer schoss den Ball viel zu überhastet über das Tor von Robin Benz (27.). Weitere sechs Minuten später hatte der Gastgeber die nächste dicke Chance auf den Anschlusstreffer. Doch Evangelos Skraparas konnte das Zuspiel von Kabambi aus elf Metern nicht im Tor unterbringen. Stattdessen landete der Ball im Fangzaun hinter dem Gehäuse. Und spätestens in der Schlussminute des ersten Durchgangs musste Wegbergs Trainer Michael Burlet der Verzweiflung nahe gewesen sein. Nach einem Ballverlust von Leon Goralski als letzter Mann verfehlte auch Norman Post das RWO-Tor deutlich – Glück für die Rot-Weißen!

Burlet reagierte auf das 0:3 aus seiner Sicht und die mangelhafte Chancenverwertung. Für Skraparas, einen der glücklosen FC-Angreifer brachte der Linienchef der Grenzstädter mit Wiederanpfiff Shpend Hasani. Und der Stürmer zahlte das Vertrauen seines Chefs drei Minuten nach Wiederbeginn mit dem 1:3-Anschlusstreffer zurück (48.). Der Treffer saß – auch in den Köpfen der RWO-Kicker hat er etwas getriggert. So wirkte es zumindest beim 2:3 durch Sebastian Wilms, denn erstmals nach einer Standardsituation bekamen die Rot-Weißen keinen Zugriff auf den Innenverteidiger, der den Ball ohne Mühe per Kopf im RWO-Tor unterbrachte (55.). Doch die Rot-Weißen pusteten rechtzeitig durch und wehrten sich. Mit der Einwechslung von Bastian Müller nach rund einer Stunde sollte etwas mehr Entlastung stattfinden. Und schon ging es ab! Nach einem Wegberger Angriff über die rechte Seite rauschte die Hereingabe an Freund und Feind vorbei und plötzlich ging es ganz schnell auf der anderen Seite weiter. Doch Zabel konnte Kreyers Schuss parieren (58.). Vier Minuten vor Schluss musste Benz sein Können nochmal auf den Rasen bringen (86.). Post versuchte es mit einem Schuss im Strafraum, doch der Keeper pariert ohne Mühe.

Mit dem Abpfiff war den Oberhausener Kickern die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. Wenig später schallten – erstmals in dieser Saison – verdientermaßen Ballermann-Hits aus der RWO-Kabine. Genau so: Mund abwischen, Moment genießen und Musik aufdrehen! Das hebt die Stimmung und die ist nach den sieben sieglosen Spielen und den anstehenden grauen Herbsttagen mindestens genauso wichtig wie die drei Punkte.

Schon am kommenden Sonntag, 18. Oktober, steht für RWO das nächste Auswärtsspiel an. Ab 14 Uhr gastieren die Rot-Weißen bei der U23 des 1. FC Köln. RWOfm bringt Euch ab 13:45 Uhr einmal mehr alle wichtigen Informationen live nach Hause.

Das Schema

WEG: Zabel – Hoffmanns, Brauweiler, Wilms, Meurer – Fehr (20. Hühne), Geerkens (80. Leersmacher), Mandt (72. Kühnel), Post – Kabambi, Skraparas (46. Hasani).

RWO: Benz – Reinert, Goralski, Odenthal, Winter – Öztürk, Lenges (68. Scheelen) – Oubeyapwa (82. Stappmann), Steinmetz (58. Müller), Terada – Kreyer (89. Wellers).

Schiedsrichter: Marcel Benkhoff (Ahaus).

Tore: 0:1 Terada (5.), 0:2 Terada (7.), Oubeyapwa (14.), 1:3 Hasani (48.), 2:3 Wilms (55.).

Zuschauer: 444.

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