RWO – FSV DUISBURG 5:4

Der Einzug ins Pokalfinale ist gelungen

Einfach und leicht ist der Weg in ein Pokalfinale selten, dazu hat er zu viele Stationen. Dass der Weg am Ende so holprig würde, hatte man in Oberhausen allerdings ncht geahnt. Mit 5:4 (3:1) schlugen die Kleeblätter den Landesligisten FSV Duisburg im heimischen Stadion Niederrhein. Drei Dinge zählen nach dem dramatschen Abend: Tarik Kurt war mit vier Treffern der Mann des Abends, Tarik Kurt hatte Stunden vor dem Anpfiff einen neuen Zweijahresvertrag unterschrieben, und: RWO hat das Finale und damit ein wichtiges Teilziel erreicht! Das Ziel bleibt der Gewinn des Pokals, um den sich mit RW Essen auch der östliche Nachbar bewirbt.

An mindestens zwei Momenten lehnte sich der RWO-Fan am Dienstagabend zurück und wähnte sich aller Sorgen ledig: Erst hatte Tarik Kurt mit einem Freistoss das 2:0 erzielt, sein zweites Tor nach 24 Minuten, und dann hatte Raphael Steinmetz in der 49.Minute das 4:1 geschossen, aus der Drehung und kurzer Distanz ins kurze Eck. Spätestens da schien alles erledigt. Aber es kam anders.

Wir schon in Durchgang eins half die Oberhausener Abwehr dem Landesliga-Gast aus Duisburg zurück ins Geschehen: Hatte in der 42. Minute Daniel Heber mit einem überflüssigen Rückpass, der vor Torwart Robin Udegbe auch noch ins Hoppeln kam und schließlich ins Tor trudelte, für das 2:1 gesorgt (manche hielten das Tor schon für den Ehrentreffer), war es in der 63. Minute wieder Heber, dessen Aktion das Match ins Kippen zu bringen drohte. Nachdem zwischenzeitlichen 4:2, bei dem die komplette Abwehr dem FSV beim gelungenen Kombinieren zugesehen hatte, wusste der Rechtsverteidiger sich gegen den langen Ibrahim Bulut nicht anders als mit einem beherzten Foul im Strafraum zu helfen: Rote Karte, Elfmeter, Bulut selbst stellte auf 4:3!

In Unterzahl spielte RWO konzentrierter, und der überragende Tarik Kurt markierte bald das 5:3. Drei Minuten später brachte Kurt seinen Kapitän uneigennützig in allerbeste Position, aber Patrick Bauder verfehlte das Tor. Statt des fälligen 6:3 urplötzlich das 5:4 nach 83 Minuten, für das mit „Ibo“ Bayraktar der beste Duisburger verantwortlich zeichnete. Und ab jetzt durfte auch gezittert werden, denn die Gäste warfen alles nach vorne, auch wenn sich abzeichnete, dass sie ihre Leistungsfähigkeiten allmählich überschritten. Aufatmen deshalb bei RWO, als Kurt auf dem Weg zum 6:4 vom herausstürzenden Torwart Marian Ograjensek von den Beinen geholt wurde, Rot und Elfmeter. Ins Tor rückte Abwehrmann Daniel Bertram, und er hielt spektakulär den von Maik Odenthal geschossenen Strafstoß! Danach wurde abgepfiffen.

Allgemeiner Jubel: RWO freute sich, das Finale erreicht zu haben, der FSV freute sich, einen großen Kampf geliefert zu haben, das Publikum freute sich, einem tollen Spektakel beigewohnt zu haben. Lauter Gewinner! 

Aufstellungen
RWO
Udegbe (TW) - Heber, Nakowitsch, Löhden, Ogrzall (46. Ben Balla) – Lorch, Odenthal, Bauder (C) (86. Reinert), Fleßers – Kurt, Steinmetz (56. Garcia)
Bank: Wozniak (ETW, Serdar, Gödde, Schikowski, Reinert, Garcia, Ben Balla, Langen

FSV Duisburg
Ograjensek (TW) – Alic, Bayram – Bertram, Karadag (C) (70. Basaran), Rasitoglou (55. Leite Dos Santos), Husic, Bayraktar, Yildirim (78. Can) – Bulut, Sezen
Bank: Hinsenkamp (ETW), Leite Dos Santos, Basaran, Paleka, Zarifoglu, Ünal, Yilmaz, Bayram, Elci, Can

Schiedsrichter
Dr. Martin Thomsen – Sven Heinrichs, Marco Lechtenberg

Karten
23. Minute Bulut Gelb
60. Minute Ben Balla Gelb
64. Minute Heber Rot
95. Minute Ograjensek Rot

Tore
1:0 15. Minute Kurt
2:0 24. Minute Kurt
2:1 42. Minute Udegbe (ET)
3:1 45. Minute Kurt
4:1 49. Minute Steinmetz
4:2 53. Minute Bulut
4:3 66. Minute Bulut (FE)
5:3 70. Minute Kurt
5:4 83. Minute Bulut

Zuschauer: 2050

Stimmen
RWO-Abräumer: Robert Fleßers: Das Ergebnis und diese Dramatik – total unnötig. Wir haben durch eigene Fehler und Nachlässigkeiten den Gegner ins Spiel gebracht. Aber das zählt alles nichts, denn wir haben gewonnen und stehen im Finale. Das war unser Ziel.

FSV-Angreifer Ibrahim Bayraktar: Mit so einem Spielverlauf haben wir natürlich überhaupt nicht gerechnet, aber mit zunehmender Dauer sind wir immer besser ins Spiel gekommen. Was jetzt schwer wiegt, ist der Ausfall unseres Torwarts, denn wir wollen unbedingt aufsteigen. Der Kraftverlust ist bei uns enorm, wir haben am Sonntag gespielt, jetzt schon wieder. Aber es ja großen Spaß gemacht. Das ist Fußball.

FSV-Traimer Denz Tahirovic: Wir haben uns hier gut verkauft und mit dem Platzverweis gegen unseren Torwart teuer bezahlt. Wir waren ganz gut ins Spiel gekommen und kamen später nochmal zurück ins Match, das RWO sicherlich verdient gewonnen hat. Den Oberhausenern wünsche ich viel Erfolg im Spiel gegen RWE. Ich bedanke mich auch bei den Oberhausener Zuschauern, die mein Team mit Beifall verabschiedet haben, das findet man nicht oft. Ich denke, wir werden schlecht schlafen, morgen früh aufstehen und zur Arbeit gehen. Ihr werdet wahrscheinlich etwas trainieren. Das ist eben der Unterschied.

RWO-Trainer Mike Terranova: Duisburg hatte zwar die erste Chance des Spiels, aber dann hatten wir alles im Griff, und es schien den geplanten Gang zu gehen. Dass wir mit dem überflüssigen Rückpass und dem Eigentor Duisburg ins Spiel zurückbringen, war nicht vorgesehen. Ich hatte aber gedacht, dass nach dem frühen 4:1 alles erledigt wäre. Der Platzverweis und das Tor zum 4:2 haben dem FSV die dritte Luft gegeben. Respekt vor der Leistung der Duisburger! Wir sind jetzt einfach froh, das Pokalfnale erreicht zu haben.

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