RWO in Covid-19-Zeiten: Vom „Physio“ zum Hygienebeauftragten

Andreas Münker testet RWO-Spieler und Mitarbeiter

Am 2. November rief der Westdeutsche Fußballverband (WDFV) alle 21 Vereine der Regionalliga West zu einer richtungsweisenden Videokonferenz zusammen. Thema war die Fortsetzung des Spielbetriebs in der Corona-Zeit. Nachdem im Amateursport bis zur Oberliga bereits feststand, dass der Ball ruhen würde, war nur noch die Weiterführung des Spielbetriebs in der höchsten Fußball-Amateurklasse ungeklärt. Manfred Schnieders, Vorsitzender des WDFV, machte jedoch schnell klar, dass eine Bezeichnungskorrektur vorgenommen werden müsse: Die Regionalliga West sei ab sofort eine Liga mit professionellen Strukturen, in der Menschen arbeiten, die ihren Lebensunterhalt mit dem Fußball bestreiten – und dürfe deshalb weiterspielen!

RWO und andere West-Vertreter testen regelmäßig auf eigene Kosten

Für viele Vereine war dies eine faustdicke Überraschung. Ebenfalls überraschend war, dass die Fortsetzung des Spielbetriebs nicht an regelmäßige, vom Land vorgeschriebene Testungen auf Covid-19 geknüpft wurde. Die Regionalliga erhielt somit eine vermeintliche Sonderstellung in Corona-Zeiten: Professioneller Fußball ohne Testungen. Gemeinsam verständigten sich die Teilnehmer der West-Staffel jedoch schnell darauf, dass sie gemeinsam der Vorbildfunktion und der von Land und Verband zugesprochenen Professionalität nachdrücklich Rechnung tragen wollen. So wurde ligaübergreifend vereinbart, regelmäßige Testungen auf eigene Kosten durchzuführen, um die unwissentliche Verbreitung des Virus zu verhindern.

Bei Rot-Weiß Oberhausen obliegt diese Aufgabe Physiotherapeut Andreas Münker. Genau wie die Mediziner und Betreuer der anderen Teams wurde er von Prof. Dr. med. Thomas Kurscheid in dessen Praxis in Köln in die korrekte Verfahrensweise in Sachen Corona-Test eingeführt. „Wir als Verein testen immer einen Tag vor Spieltagen. In Englischen Wochen werden die Spieler, Trainer, Betreuer, Geschäftsstellenmitarbeiter und Platzwarte also zweimal, bei normalen Wochen mit einem Wochenendspieltag nur einmal getestet“, erklärt Münker. Verwendet werden dabei sogenannte Schnelltests: Mit einem Stäbchen wird über die Nase aus dem Rachenraum eine Probe entnommen. Klingt unangenehm, ist es auch. Aber: Nach bereits 15 Minuten ist das Ergebnis da auf Basis dessen sofort Maßnahmen ergriffen werden können, wenn nötig. „Es gab schon Personen, die positiv getestet wurden. Diese sind im Anschluss direkt in Quarantäne und zum Hausarzt gegangen, um sich erneut testen zu lassen. In all diesen Fällen fiel auch der Test der Ärzte positiv aus. Daraus können wir schließen, dass unsere Tests eine hohe Verlässlichkeit haben“, sagt Münker.

Testungen beugen weiteren Spielausfällen vor

Generell ist RWO in Sachen Vorbeugung und Schutz vor Corona bestens aufgestellt. Sämtliche Mitarbeiter im Verein halten sich an die Maskenpflicht und Abstandsgebote der Landesregierung. Bei Symptomen wird sich in Quarantäne begeben und ein Arzt konsultiert. „Ich muss zugeben, dass vor allem unsere Spieler sich vorbildlich verhalten. Masken werden getragen, Keiner versäumt die Testungen und wir halten das Abstandsgebot ein. Auch deshalb können wir zufrieden feststellen, dass der direkte Mannschaftskreis von Infektionen verschont geblieben ist“, lobt der RWO-Physiotherapeut.

So kam es für RWO bisher in der laufenden Saison nur zweimal vor, dass ein Spiel wegen Corona abgesagt werden musste: Der erste Spieltag gegen den FC Wegberg-Beeck und der 15. Spieltag gegen Borussia Dortmunds U23. Insgesamt ist die erste Welle an Absagen in der Regionalliga West aufgrund des Virus jedoch vorbei. Dies liegt auch an den Testungen und klaren Regelungen zwischen den Vereinen und dem Verband, wie Münker erklärt: „Die Regelung, ab wann ein Spiel abgesagt wird, sind entsprechend der regelmäßigen Überprüfungen angepasst worden. Wenn einer Mannschaft 16 gesunde Spieler zur Verfügung stehen, muss sie antreten. Durch die erhöhte Transparenz zwischen den Vereinen ist es allen Beteiligten aber möglich, schnell, effizient und verantwortungsvoll auf vorliegende Erkrankungen zu reagieren“.

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