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Der Psychologe im Tor

Robin Udegbe ist nicht nur der, der den Kasten jedes Wochenende versucht sauber zu halten, sondern seit Januar 2017 auch Akademiker. Neben dem Fußball hat Robin Udegbe sich ein zweites Standbein aufgebaut. Wir haben mit ihm gesprochen über sein Studium, seine Zeit als Student und Profispieler und seine Pläne für die Zukunft.

Hallo Robin. Erst einmal Glückwunsch zum Bachelorabschluss. Was hast du studiert?

Robin: Ich habe Psychologie studiert mit dem Schwerpunt Arbeits- und Organisationspsychologie. Ich bin im Januar fertig geworden. Ich habe das Studium in Regelstudienzeit absolviert und jetzt im Winter die Bachelorarbeit über „Aberglauben im Sport“ geschrieben. Es hat mich sehr interessiert, weil ich zum Einen selbst abergläubisch bin und zum Anderen konnte ich das auch in der Mannschaft gut beobachten.

Wie bist du darauf gekommen Psychologie zu studieren?

Robin: Ich habe 2010 mein Abitur gemacht. Damals habe ich noch bei Fortuna Düsseldorf gespielt. Danach habe ich erst in Venlo gespielt. Als ich dann zum KFC Uerdingen gewechselt habe, kam auch der Entschluss eben dem Fußballsport mich weiter zu bilden. Eigentlich wollte ich erst Medizin studieren. Ich hatte aber einen NC von 1,5. Damit konnte ich das nicht machen. Dann habe ich mich für Psychologie entschieden. Ich fand die Psyche des Menschen schon immer höchst interessant.

Wie bist du auf das Thema deiner Bachelorarbeit gekommen?

Robin: Zum Einen weil sich meine Dozentin viel mit Aberglauben befasst. Sie hat es vorgeschlagen. Nach den ersten Gesprächen wurde dann klar, dass ich den sportlichen Hintergrund, den ich habe auch nutzen sollte. Ich konnte mehr über das Thema erfahren und darüber warum ich selbst Dinge tue, wie ich sie tue. Ich finde das Thema sehr interessant. Dass ich das mit 1,3 schriftlich und 1,0 mündlich abschließen konnte zeigt mir einfach, dass der Gedankengang den ich gegangen bin richtig war.

Wie hast du es geschafft sowohl das Studium zu absolvieren, als auch den Fußballsport nicht zu vernachlässigen?

Robin: Ich hab in Kamp-Lindfort studiert. Zum Glück hab es keine Anwesenheitspflicht. Ich habe viel von Zuhause machen müssen. Das Training hatte immer Priorität, aber danach oder wenn wir mal frei hatten, habe ich mich dann auf die Uni konzentriert. Klausurenphasen waren immer anstrengend. Da hat man viel um die Ohren und darf den Sport trotzdem nicht vernachlässigen. Auf der Anderen Seite hatte man auch immer den perfekten Ausgleich. Der Körper konnte sich auspowern und man wurde mental gefordert. Das hat mit immer gut gefallen.

Wie wichtig ist es in der Regionalliga sich ein zweites Standbein aufzubauen?

Robin: Es ist sehr wichtig. Wir reden von der Regionalliga wo wir zwar auch Geld bekommen, aber und in der kurzen Zeit nicht finanziell absichern können. Der Fokus muss auf dem Fußball liegen. Dennoch glaube ich, dass die Zeit da ist sich auch anderweitig zu orientieren. Es gibt so viele Möglichkeiten, wie eine Karriere plötzlich zu Ende gehen kann. Da kann man nicht früh genug anfangen sich zu überlegen, wie es weiter gehen soll.

Wie wird es für dich nun weitergehen, machst du noch einen Master?

Robin: Ja genau das ist der Plan. Das hängt natürlich aber auch von der allgemeinen Lebensplanung ab. Aber ja es wäre mein Wunsch. Als Psychologe kann ich noch früh genug arbeiten. Im Master kann ich mir nochmal eine Richtung aussuchen. Ich bin mir aber noch nicht sicher, ob sich Arbeits-, Organisations- oder Sportpsychologie wähle. Ich werde auch erst im kommenden Oktober anfangen. Also habe ich auch noch etwas Zeit.

Deine Bachelorarbeit geht um das Thema Aberglauben und Sportpsychologie. Ist das auch ein Bereich, den du dir für später gut vorstellen kannst?

Robin: Ja auf jeden Fall. Es ist interessant zu sehen, wie ich mich auf den Sport einstelle. Ich beobachte auch gerne andere Spieler, wie sie mit Siegen oder Niederlagen umgehen. Ich glaube vor allem, dass ich als Sportler auch genügend Background mitbringen würde und viele Situationen gut verstehen könnte.

Wie stellst du dir in 10 oder 20 Jahren dein Leben vor?

Robin: Ich lass das alles etwas auf mich zu kommen. Ich weiß noch nicht genau in welchen Bereich ich mit dem Abschluss gehen möchte. Das werden wir noch sehen. Deshalb möchte ich auch den Master noch machen.

Danke Robin und alles Gute für die Zukunft!

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